Der Vierwaldstättersee ist der grösste Freizeit- und Erholungsraum in der Zentralschweiz. 42 Badeanlagen säumen seine Ufer. Rund um den See gibt es viele Restaurants und Hotels, welche zum Verweilen einladen. Viele Anlegestellen ermöglichen das Landen mit dem privaten Boot oder das Wandern oder Fahren mit öffentlichen Kursschiffen. Allein die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) befährt den See mit 5 Dampfschiffen und 15 Salon-Motorschiffen.

Der Raddampfer Gallia ist in Richtung Flüelen unterwegs, wegen des grossen Passagieraufkommens musste Sie zusätzlich auf die Tour, am 15. August 2012 Bild von Christian Brechbühl.

Kennzahlen des Vierwaldstättersees
Anzahl Becken und Arme 9
Fläche 114 km2
Einzugsgebiet 2'124 km2
Eisflächen im Einzugsgebiet 94 km2
Mittlere Höhe Einzugsgebiet 1'500 m
Uferlänge 113,6 km2
Volumen 11'900 Mio. m3
Wassererneuerungszeit 3,4 Jahre
Mittlere Tiefe 117 m
Max. Tiefe 214 m
Mittlerer Abfluss 110 m3/s
Max. Abfluss (1910) 455 m3/s
Zweitgrösster Abfluss (Mai 1999) 430 m3/s
Min. Abfluss (März 1969) 18 m3/s  
Meereshöhe 433,6 m
Höchster Seespiegel (1910) 435,24 m
Wasserstand (Mai 1999) 434,45 m
Tiefster Seespiegel 433,20 m
Mittlerer Wasserstand 433,60 m


Der heutige Zustand des Sees ist wiederum sehr gut, und hat sich in den letzten Jahren auf einem nährstoffarmen Niveau stabilisiert. Ursache für die erfreuliche Entwicklung ist die Reduktion der Zuflussfrachten an gelöstem Phosphor um etwa 75%. Dies konnte vor allem durch die konsequente Einführung der dritten Reinigungstufe (Phosphatfällung) in allen Grosskläranlagen im Einzugsgebiet errreicht werden. Die Auswirkung davon ist klares Wasser, weniger und artengemäss vielfältiger zusammengesetztes Plankton, abnehmende Algenproduktion und verlangsammtes Fischwachstum bei natürlichen Fortpflanzungsmöglichkeiten. Das Trinkwasserreservoir und Oekosystem "Vierwaldstättersee" darf heute als vollkommen gesund bezeichnet werden.



Die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee

Keltische Fischer waren vermutlich die ersten Bewohner am Vierwaldstättersee. Die Eröffnung des Gotthard-Passes um 1230 brachte der Schifffahrt den eigentlichen Aufschwung. Dieser Pass war die kürzeste Verbindung über die Alpen vom Norden in den Süden. Als im Jahre 1830 die Gotthardstrasse gebaut wurde, erhielt der Transitverkehr mächtigen Auftrieb. Die Reisenden konnten nun von Flüelen, dem Endpunkt der Schiffsreise, bis an die italienische Grenze die Postkutsche benutzen. Das Zeitalter des Tourismus hatte begonnen!